Lernzettel mit KI erstellen: Anleitung + Prompts (2026)
Lernzettel mit KI erstellen: In 5 Schritten aus Folien oder Skript, mit kopierbaren Prompts für ChatGPT und Gemini. So bleibt er auch im Kopf.
Du hast 120 Folien, eine Klausur in drei Wochen und den Plan, daraus „mal eben“ einen Lernzettel zu machen. Am Ende sitzt du vier Stunden dran, hast schöne Überschriften und merkst beim ersten Test: hängen geblieben ist erstaunlich wenig.
Eine KI kann dir den ersten Entwurf in Minuten liefern. Ob der Lernzettel dir etwas bringt, entscheidet aber, was du danach damit machst. In diesem Guide bekommst du:
- eine Anleitung in 5 Schritten, die mit ChatGPT, Gemini und jedem anderen Chatbot funktioniert,
- drei Prompts zum Kopieren,
- die typischen Fehler (erfundene Inhalte, zu lange Zettel, nur abgeschrieben),
- und einen ehrlichen Abschnitt dazu, was okti dabei übernimmt und was nicht.
Gib der KI nur dein Material (nicht ihr Weltwissen), begrenze die Länge auf eine Seite, lass dir Seitenzahlen nennen, prüfe Stichproben gegen die Folien und frag dich danach selbst ab. Der Lernzettel ist das Gerüst, das Abfragen ist das Lernen.
Was ein guter Lernzettel ist (und was nicht)
Ein Lernzettel ist kein Ersatz für das Skript und keine verkleinerte Kopie davon. Er hat eine Aufgabe: Er soll dir helfen, Stoff aus dem Kopf abzurufen. Das ist die Idee hinter Active Recall: Nochmal lesen fühlt sich sicher an, bringt aber weniger als versuchen, etwas ohne Hilfe wiederzugeben.
Daraus folgen vier Kriterien:
- Kurz: etwa eine Seite pro Thema, sodass du ihn in einem Durchgang abfragen kannst.
- Strukturiert: Kernbegriffe, Zusammenhänge, Formeln oder Regeln, typische Prüfungsfallen.
- Nachprüfbar: Jede Aussage lässt sich einer Folie oder Seite zuordnen.
- Abfragbar: Du kannst Teile abdecken und dich testen.
Ein Zettel, der nur gut aussieht, erfüllt keines davon. Genau das passiert, wenn man Folien einfach „schön umschreibt“ oder die KI ungebremst zusammenfassen lässt.
Lernzettel mit KI erstellen: 5 Schritte
Schritt 1: Material in Blöcken vorbereiten
Nimm ein Kapitel oder eine Vorlesung, nicht das ganze Semester. Am besten funktioniert Text, den man markieren kann: ein PDF mit echtem Text oder kopierter Folientext. Reine Scans und abfotografierte Seiten werden schlechter gelesen. Je nach Anbieter und Plan gibt es Grenzen für Upload und Länge, dann arbeitest du Abschnitt für Abschnitt. Das ist ohnehin besser, weil jeder Lernzettel ein Thema behandeln soll.
Schritt 2: Den Entwurf mit einem klaren Prompt erzeugen
Der Prompt entscheidet, ob du einen brauchbaren Zettel bekommst oder drei Seiten Fließtext. Kopiere diese Vorlage und ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern:
Prompt 1: Lernzettel aus dem Material
Du bist Tutor für [Fach] auf Bachelor-Niveau. Unten steht Material aus meiner Vorlesung zu [Thema]. Erstelle daraus einen Lernzettel für meine Klausur ([Art der Klausur, z. B. Multiple Choice, Freitext oder Rechenaufgaben]).
Regeln:
- Nutze ausschließlich das Material unten. Ergänze nichts aus eigenem Wissen.
- Maximal eine DIN-A4-Seite, etwa 350 Wörter.
- Gliederung: 1. Kernbegriffe mit Ein-Satz-Definition, 2. Zusammenhänge oder Ablauf, 3. Formeln oder Regeln (falls vorhanden), 4. typische Prüfungsfallen.
- Nenne bei jedem Punkt die Folien- oder Seitenzahl, aus der er stammt.
- Was im Material unklar oder widersprüchlich ist, listest du am Ende unter „Unklar“ auf.
Material:
[Text einfügen]
Die Regel „nur das Material“ und die Seitenzahlen sind der wichtigste Teil. Sie machen es der KI schwerer, Dinge zu erfinden, und dir leichter, sie zu prüfen.
Schritt 3: Gegen das Original prüfen
Lies den Entwurf nicht nur durch, sondern prüfe ihn. Nimm 5 bis 10 Aussagen, vor allem Zahlen, Definitionen und Formeln, und schlage sie in den Folien nach. Für eine systematische Prüfung hilft ein zweiter Prompt:
Prompt 2: Lernzettel gegen das Material prüfen
Vergleiche meinen Lernzettel mit dem Originalmaterial. Liste (1) Aussagen im Lernzettel, die im Material nicht stehen oder ihm widersprechen, und (2) wichtige Inhalte des Materials, die im Lernzettel fehlen. Zitiere jeweils die Stelle im Material.
Lernzettel:
[Lernzettel einfügen]
Material:
[Text einfügen]
Schritt 4: In eigene Worte bringen
Jetzt kommt der Teil, den die KI nicht für dich übernehmen kann. Decke die Erklärungen ab und schreibe zu jedem Kernbegriff aus dem Gedächtnis einen Satz. Vergleiche mit dem Zettel, korrigiere und ergänze, was du vergessen hast. Der Zettel gehört danach dir, nicht der KI.
Schritt 5: Abfragen und wiederholen
Lass dich jetzt abfragen, statt den Zettel nochmal zu lesen:
Prompt 3: Abfrage zum Lernzettel
Hier ist mein Lernzettel. Stell mir 10 Fragen dazu, eine nach der anderen, ohne die Antwort zu verraten. Warte jedes Mal auf meine Antwort, sag mir dann, was fehlt oder falsch ist, und vergleiche mit dem Material. Beginne mit den Themen, die im Lernzettel am dünnsten sind.
Wiederhole am nächsten Tag kurz und dann in wachsenden Abständen. Wie du das in deinen Kalender bekommst, steht im Guide zum Lernplan für die Prüfung.
Typische Fehler beim Lernzettel mit KI
1. Erfundene oder verschobene Inhalte. KI-Zusammenfassungen können Dinge hinzufügen, die nicht im Material stehen, oder Aussagen leicht verdrehen. Beim Lesen fällt das selten auf. Darum: „nur Material“, Seitenzahlen, Stichproben. Mehr zur Qualitätskontrolle steht im Guide KI-Zusammenfassung erstellen.
2. Der Zettel ist zu lang. Drei Seiten pro Vorlesung sind kein Lernzettel, sondern ein neues Skript. Setze eine Obergrenze im Prompt und kürze lieber im zweiten Durchgang.
3. Nur lesen und abschreiben. Das Gefühl „Ich kenne das“ entsteht schnell. Prüfen, ob du es kannst, geht nur durch Abruf (Schritt 4 und 5).
4. Kontext fehlt. Ohne Fach, Niveau und Klausurform bekommst du generische Ergebnisse. Eine Rechenklausur braucht andere Zettel als eine Freitextklausur.
5. Grafiken und Formeln ungeprüft übernehmen. Diagramme, Tabellen und Formeln werden von KI-Tools nicht immer sauber gelesen. Schau bei diesen Stellen immer selbst in die Folie.
Zum Lernen darfst du KI nutzen, um Material aufzubereiten. Gilt aber in einer Klausur ein zugelassener Spickzettel, bestimmen Prüfungsordnung und Prüfende, wie er entstehen darf. Frag im Zweifel nach.
Mit okti: von den Folien zu Notizen, Karten und Quiz
Wenn du nicht jedes Mal Text kopieren, Prompts schreiben und Ergebnisse zwischen Tools verschieben willst, übernimmt okti einen Teil des Ablaufs. okti ist eine Web-App im Browser (keine native App) unter study.okti.app. So sieht der Weg aus:
- Hochladen: PDF, Bilder, Markdown sowie Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, bis 20 MB pro Datei, bis zu fünf Dateien in einem Durchgang.
- Notiztyp wählen: okti erzeugt Notizen in vier Varianten: Zusammenfassung, Spickzettel, einfache Erklärung und Lernleitfaden. Als Lernzettel eignen sich vor allem der Spickzettel (Abschnitte mit Definitionen, Formeln und Tabellen zum schnellen Nachschlagen) und der Lernleitfaden (Lernziele, Begriffe, häufige Fehler, Selbsttest-Fragen pro Abschnitt und eine Checkliste zum Abhaken). Optional lassen sich Visualisierungen einbauen.
- Notiz bearbeiten: Die Notiz öffnet sich in einem Editor. Hier machst du Schritt 4 von oben: kürzen, in eigene Worte bringen, ergänzen.
- Karteikarten und Quiz: Beim Hochladen wählst du, was entstehen soll, zum Beispiel Karteikarten, Notizen und Quiz. Ein Quiz kannst du auch aus Notizen erzeugen. Die Karten werden per Spaced Repetition (FSRS) wieder vorgelegt, bei PDFs kannst du pro Karte die Quellseite im PDF anzeigen.
- Quellen prüfen: Im Chat kannst du fragen, wo etwas in deinem Skript steht. Zitiert der Chat aus einem Dokument, setzt er einen Link auf die passende Seite im PDF.
Wer mehr als einen Lernzettel will, kann zusätzlich eine Lernreise starten: Ein Tutor baut aus deinem Ziel und deinen Materialien Lektionen, du kannst dafür Notizen, Decks und Dokumente aus deinem Arbeitsbereich verlinken.
Was okti nicht macht: Es gibt keinen Import aus Anki oder Quizlet und keinen Export der Karteikarten. Wenn du deine Karten in einer anderen App brauchst, ist okti dafür nicht das richtige Werkzeug. Außerdem gilt: Auch die Notizen in okti sind KI-generiert. Prüfen musst du sie genauso wie den Entwurf aus ChatGPT.
Im kostenlosen Plan gibt es Monatslimits für KI-Generierungen (Notizen, Karteikarten-Sets, Quiz). Wie viel in Pro enthalten ist, steht unter Preise.
Folien hochladen, Lernzettel und Karten bekommen
Lade ein Kapitel hoch, wähle Spickzettel oder Lernleitfaden und lass dich danach per Quiz und Karteikarten abfragen.
okti kostenlos testenWenn du erst verstehen willst, wie das Zusammenfassen von Folien insgesamt funktioniert: Vorlesungsfolien zusammenfassen mit KI.
Welche Methode passt zu dir?
- Du willst nur einmal schnell einen Entwurf: Ein Chatbot mit den Prompts oben reicht. Kostenlose Stufen gibt es bei den großen Anbietern, ihr Umfang ändert sich aber.
- Du willst aus Folien Notizen, Karten und Quiz an einem Ort: Dafür ist okti gebaut.
- Du hast Anki oder Quizlet im Einsatz: Bleib dabei und nutze die KI nur für den Entwurf der Inhalte.
Interaktiv
Teste dich: Was ist hängen geblieben?
Ein kurzer Selbsttest zu diesem Artikel. Abrufen bringt mehr als nochmal lesen.
Wie lang sollte ein Lernzettel pro Thema etwa sein?
Solche Fragen zu deinem eigenen Stoff
Lade deine Vorlesungsfolien oder dein Skript hoch, und okti macht daraus Quizfragen und Karteikarten für deine Klausur.
Häufige Fragen (FAQ)
Ja. Die großen Chatbots haben kostenlose Stufen, ihre Grenzen (Länge, Uploads, Anzahl) ändern sich aber und hängen vom Plan ab. Auch okti hat einen kostenlosen Plan, in dem KI-Generierungen pro Monat begrenzt sind. Aktuelle Preise findest du unter okti Preise.
PDF, Bilder, Markdown sowie Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, bis 20 MB pro Datei. Am verlässlichsten sind Dateien mit auswählbarem Text. Bei reinen Scans kann die Texterkennung scheitern, dann bekommst du eine Meldung und probierst eine Datei mit Text oder einen kürzeren Ausschnitt.
Nein. okti bietet weder einen Import aus Anki oder Quizlet noch einen Export der Karteikarten. Du lernst die Karten direkt in der Web-App. Wenn du ein Anki-Deck pflegst, nutze die KI-Entwürfe lieber als Inhaltsvorlage.
Als Faustregel etwa eine Seite pro Thema. Wichtiger als die Seitenzahl ist, dass du ihn abdecken und abfragen kannst. Wird der Zettel länger, teile ihn lieber in zwei Themen.
Zum eigenen Lernen: ja, solange du den Stoff selbst durcharbeitest. Gelten für eine Klausur oder Abgabe besondere Regeln (zugelassene Hilfsmittel, Spickzettel), entscheiden Prüfungsordnung und Prüfende. Lies sie im Zweifel nach oder frag nach.
Fazit
Ein KI-Lernzettel ist ein guter Startpunkt, wenn du ihn einschränkst, prüfst und danach abfragst. Mit den drei Prompts oben kommst du in wenigen Minuten zu einem Entwurf, den du an einem Abend zu deinem eigenen Zettel machen kannst.
Vom Skript zu Lernzettel, Karten und Quiz
Lade deine Folien hoch, erzeuge Notizen, Karteikarten und Quiz und prüfe die Quellen direkt im PDF.
Jetzt in okti ausprobieren